Allgemein ermächtigte Übersetzerinnen und Übersetzer

Aus TechWriter's Home
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgemein ermächtigte Übersetzerinnen und Übersetzer


Allgemein ermächte Übersetzerinnen und Übersetzer können nach §142 Abs. 3 S. 2 ZPO durch einen Vermerk bescheinigen, dass die deutsche Übersetzung einer fremdsprachigen Urschrift vollständig und richtig sei. Voraussetzung dafür ist, dass der Übersetzer nach Landesrecht ermächtigt oder öffentlich bestellt wurde. Diese erstellen Übersetzungen von Verträgen oder sonstigen Urkunden. Im Falle einer solchen Ermächtigung können sie die Richtigkeit und Vollständigkeit der Übertragung in die Zielsprache bestätigen. Im nichtförmlichen Sprachgebrauch wird der Vollständigkeits- und Richtigkeitsvermerk auch Beglaubigung genannt. Diese „beglaubigten Übersetzungen“ werden als Beweisurkunden vor Behörden und Gerichten, beispielsweise bei der Heirat eines Ausländers, benötigt.


Nach § 142 Abs. 3 der Zivilprozessordnung kann das Gericht die Vorlage von Übersetzungen anordnen, deren Richtigkeit und Vollständigkeit eine nach den Richtlinien der Landesjustizverwaltung von der Landesjustizverwaltung ermächtigte Übersetzerin oder ein ermächtigter Übersetzer bescheinigt hat. Diese Übersetzungen haben eine besondere Beweiskraft. Die Ermächtigung, die Richtigkeit und Vollständigkeit zu bescheinigen, erstreckt sich auf eigene und fremde Übersetzungen.

Die allgemeine Beeidigung, öffentliche Bestellung bzw. allgemeine Ermächtigung von Übersetzerinnen und Übersetzern richtet sich nach dem Recht der einzelnen Länder der Bundesrepublik Deutschland und unterliegt daher länderspezifischen Anforderungen.


Der Übersetzer soll die Bescheinigung der Richtigkeit und Vollständigkeit auf die Übersetzung vermerken, Ort und Tag der Übersetzung sowie seine Stellung angeben und die Übersetzung unterschreiben.

Die Übersetzerermächtigung umfasst das Recht, die Richtigkeit und Vollständigkeit von Übersetzungen zu bescheinigen. Dies gilt auch für bereits vorgenommene Übersetzungen, die zur Prüfung der Richtigkeit und Vollständigkeit vorgelegt werden. Die Übersetzerin oder der Übersetzer ist verpflichtet, die ihr oder ihm anvertrauten Schriftstücke sorgsam aufzubewahren und von ihrem Inhalt Unbefugten keine Kenntnis zu geben.


Die Richtigkeit und Vollständigkeit von schriftlichen Sprachübertragungen ist durch die Übersetzerin oder den Übersetzer zu bestätigen. Der Bestätigungsvermerk lautet:

"Die Richtigkeit und Vollständigkeit vorstehender Übersetzung aus der ... Sprache wird bescheinigt. Ort, Datum, Unterschrift Durch die Präsidentin oder den Präsidenten des Oberlandesgerichts (Angabe des Ortes) ermächtigte Übersetzerin oder ermächtigter Übersetzer für die ... Sprache.“


Voraussetzungen für die allgemeine Beeidigung und die Ermächtigung

1. Antragsverfahren

Die Ermächtigung und allgemeine Beeidigung erfolgt gem. § 35 Abs. 1 des Gesetzes auf schriftlichen Antrag, dem Nachweise für die persönliche und fachliche Eignung beizufügen sind.

2. Nachweis der fachlichen Eignung

Die fachliche Eignung erfordert nach § 35 Abs. 3 des Gesetzes

Sprachkenntnisse, mit denen die Antragstellerin oder der Antragsteller in der Regel praktisch alles, was sie oder er hört oder liest, mühelos verstehen, sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen kann, sowohl in der deutschen als auch in der fremden Sprache, und sichere Kenntnisse der deutschen Rechtssprache.

Der Nachweis der vorbeschriebenen, auf sehr hohem Niveau liegende Sprachkompetenz wird sich bei vielen Sprachen nur durch eine erfolgreich abgeschlossene Hochschul-, Fachhochschul-, IHK- oder staatliche oder staatlich anerkannte Prüfung erbringen lassen, zum Beispiel mit einem - Prüfungszeugnis der Industrie- und Handelskammer über eine Dolmetscher- oder Übersetzer-Prüfung, - Dolmetscher- oder Übersetzer-Diplom eines Hochschulinstituts oder einer Fachhochschule (Fachbereich Sprachen) oder - Abschlusszeugnis über den erfolgreichen Besuch einer staatlich anerkannten Sprachschule.

Darüber hinaus müssen Sie in jedem Falle fundierte Kenntnisse der deutschen Rechtsprache – insbesondere auf den Gebieten des Zivil-, Straf- und Verwaltungsrechts einschließlich des jeweiligen Verfahrensrechts – nachweisen, etwa durch die Vorlage von qualifizierten Zeugnissen oder Bescheinigungen über den erfolgreichen Abschluss eines entsprechenden Kurses. Es muss danach klar sein, dass Sie in der Lage sind, rechtliche Begriffe aus den verschiedenen Bereichen gerichtlicher Verfahren richtig zu verstehen und zutreffend zu übertragen.

Meine Werkzeuge